Anregungen für Ihr Schülerbetriebspraktikum

Einstiegsfragen
Festlegung eines Ansprechpartners bzw. einer Ansprechpartnerin
Einbindung von mehreren Mitarbeiter/-innen und Azubis
Mögliche Inhalte einer Schülerbetriebspraktikums
Entwicklung eines Praktikumsplans
Praktikumsmappe


Wenn Sie mit der Planung und Durchführung eines Schülerbetriebspraktikums beginnen, ist es sinnvoll, zunächst folgende Fragen zu klären.

Einstiegsfragen

  • Wann ist in Ihrem Unternehmen der richtige Zeitpunkt für ein Praktikum? Hinweis: Über die Düsseldorfer Praktikumsbörse für Schulen können ausschließlich Schülerbetriebspraktika im Rahmen einer Schulveranstaltung gebucht werden, sodass die Schulferien als Praktikumszeiträume entfallen.

  • Welche Abteilung bzw. welche Abteilungen soll der/die Praktikant/-in durchlaufen?

  • Welche Aufgaben/Arbeitstätigkeiten kann er/sie dabei kennenlernen und z. T. selbst übernehmen? (s. auch untenstehende Tipps)

  • Welche/r Mitarbeiter/-in eignet bzw. welche Mitarbeiter/-innen eignen sich für die Praktikumsbetreuung (s. auch untenstehende Tipps)?

  • Was muss dem Schülerpraktikanten/der Schülerpraktikantin zur Verfügung gestellt werden? (Sicherheitskleidung, Arbeitsplatz …)


Festlegung eines Ansprechpartners bzw. einer Ansprechpartnerin

Während des Praktikums sollte dem Praktikanten/der Praktikantin eine feste Ansprechperson zugeordnet werden, die für ihn/sie gut erreichbar ist und während des Praktikums für Fragen, Probleme etc. zur Verfügung steht.
Die Ansprechperson sollte bereits bei der Begrüßung am ersten Tag anwesend sein und dem/der Jugendlichen etwas über den Betrieb und den Beruf/das Berufsfeld erzählen, ihn/sie durch die Firma führen, ggf. Sicherheits- und Hygieneregeln erläutern und ihm/ihr den geplanten Praktikumsablauf sowie die angedachten Aufgaben und Tätigkeiten vorstellen.
Des Weiteren kann er/sie den/die Schüler/-in bei der Erstellung der Praktikumsmappe unterstützen und fungiert zudem als Ansprechperson für die betreuende Lehrkraft.

Bei der Wahl der Ansprechperson ist es hilfreich, wenn die Person gern mit Jugendlichen arbeitet, ggf. bereits Erfahrung im Umgang mit ihnen hat und möglichst einfühlsam auf eventuelle Unsicherheiten und Probleme reagieren kann. Zudem sollte er/sie in der Lage sein, Wissen möglichst unterhaltsam und anregend zu vermitteln und eine gewisse Leidenschaft für den Beruf ausstrahlen.


Einbindung von mehreren Mitarbeiter/-innen und Azubis

Auch wenn der/die Praktikant/-in während des Praktikums eine feste Ansprechperson haben sollte, ist es sinnvoll, die Betreuung des Praktikanten/der Praktikantin auf mehrere Personen zu verteilen. Auf diese Weise kann der/die Praktikant/-in beispielsweise unterschiedliche Arbeits- und Aufgabenbereiche kennenlernen und Sie entlasten Ihre Mitarbeiter/-innen.

Als sehr gewinnbringend für beide Seiten hat sich die Einbindung von Auszubildenden in die Praktikumsbetreuung erwiesen. Zum einen sind sich Praktikant/-in und Azubi altermäßig näher, sodass hier schneller Kontakte „auf Augenhöhe“ entstehen können und der/die Praktikant/-in sich eher „traut“, Fragen über das Unternehmen, die Arbeit und die Anforderungen des (Ausbildungs-)Berufes zu stellen.
Auch Azubis können durch die Mitbetreuung von Praktikant/-innen vielfältige Kompetenzen stärken, sei es bei der Präsentation und Vorstellung des Unternehmens und den Anforderungen des (Ausbildungs-)Berufes, der Anleitung und Prüfung von kleineren Arbeitsaufgaben oder der ungewohnten Rolle, als „Experte“ eingesetzt zu werden. Zudem ist es ggf. möglich, dass der/die Schülerpraktikant/-in den/die Auszubildende einen Tag in die Berufsschule begleitet, um so auch einen Einblick in die schulische Seite der dualen Ausbildung zu erhalten.

Im Anschluss an das Praktikum empfiehlt sich eine kurze Feedbackrunde mit allen beteiligten Mitarbeiter/-innen, um z. B. den Ablauf und die Eignung der eingesetzten Aufgaben zu reflektieren und ggf. für zukünftige Praktika zu optimieren.


Mögliche Inhalte eines Schülerbetriebspraktikums

Natürlich kann es vorkommen, dass der/die Schülerpraktikant/-in auch mal Kaffee kochen oder die Werkstatt kehren muss, aber insgesamt ist es aber nicht Sinn und Zweck des Praktikums, den/die Schüler/-in nur Hilfsarbeiten zu erledigen zu lassen. Damit das Praktikum zu einer qualifizierten Berufs- oder Studienentscheidung beitragen kann, ist es wichtig, dass er/sie möglichst viele Arbeitsabläufe und Tätigkeiten kennenlernen und kleinere Aufgaben selbst übernehmen kann.

Zur Arbeitserleichterung für Sie und Ihre Mitarbeiter/-innen ist es empfehlenswert, sich nach und nach ein Set an möglichen Arbeitsaufgaben zu überlegen, auf das Sie immer wieder bei verschiedenen Praktikant/innen zurückgreifen können. Beispielsweise im kaufmännischen Bereich oder wenn Sie mit sensiblen Daten arbeiten, kann es dabei auch sinnvoll sein, einige fiktive Beispielunterlagen oder Musteraufgaben zu erstellen, welche die Jugendlichen nach Anleitung selbstständig bearbeiten können und so einen guten, praxisorientierten Einblick in die alltägliche Arbeit erhalten. Die Erstellung und stete Erweiterung eines solchen Aufgabenpools stellt für alle beteiligten Mitarbeiter/innen im Laufe der Zeit eine große zeitliche Entlastung dar und hilft den Jugendlichen, die realen Arbeitsabläufe selbsttätig kennenzulernen.

Weitere Tipps für die Durchführung des Praktikums:

  • „Shadowing“ – die Jugendlichen begleiten einen Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin bei der Arbeit und lernen seine/ihre Arbeitstätigkeiten kennen. Diese Methode eignet sich besonders als Einführung für die ersten Tage.
  • handwerkliche Tätigkeiten erproben (z. B. mauern, fließen, sägen, malen, frisieren, färben, nähen …)
  • die Erstellung eines eigenen Werkstückes/Produktes
  • die eigenständige Planung und Durchführung einer Aktivität (z. B. bei der Betreuung von Kindern oder älteren Menschen)
  • Mitnahme zu Veranstaltungen/Kundenbesuchen
  • Mithilfe bei der Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen/Kundenterminen
  • verschiedene Arbeiten am PC (Musterbriefe/E-Mails verfassen, Bildbearbeitung, Arbeiten an der Homepage …)
  • Kommunikationstraining, z. B. richtig telefonieren/Verkaufsgespräche führen (Theorie und Praxis)
  • die Übernahme von kleineren typischen Aufgaben (z. B. Tisch eindecken im Restaurant, kleine Speisen in der Küche herstellen, Ablage im Büro, Kundenbetreuung …)
  • Schaltplan lesen – Elektronikteile zusammenbauen
  • einfache Experimente anleiten
  • verschiedene Maschinen kennenlernen
  • Aufgaben/Arbeitsmaterialien aus dem Ausbildungsplan des ersten Ausbildungsjahres heranziehen
  • Den Praktikanten/Die Praktikantin Fragen vorbereiten und ein Interview mit Mitarbeiter/-innen oder Azubis führen lassen (die Ergebnisse können auch in die Praktikumsmappe des Schülers/der Schülerin einfließen).

Noch ein Hinweis:
Für die Jugendlichen handelt es sich bei dem Schülerbetriebspraktikum in der Regel um den ersten längeren Aufenthalt in einem Unternehmen. Arbeiten Sie daher möglichst stärkenorientiert, indem sie der/dem Jugendlichen zunächst benennen, was er/sie bereits ganz gut gemacht hat, bevor Sie auf mögliche Verbesserungsvorschläge zu sprechen kommen.


Entwicklung eines Praktikumsplans

Zur Arbeitserleichterung und besseren Orientierung aller Beteiligten empfiehlt es sich, im Vorfeld einen Praktikumsplan mit möglichen Aufgaben für den/die Praktikant/-in zu erstellen. Der Vorteil ist, dass dieser Praktikumsplan – einmal angefertigt – auch für zukünftige Praktikant/-innen genutzt werden kann, sodass der Vorbereitungsaufwand von Schülerbetriebspraktika deutlich reduziert werden kann.

Der Praktikumsplan sollte mindestens enthalten:

  • Ansprechpartner/-in während des Praktikums
  • Gestaltung des ersten Tages: Firmenrundgang/Einführung in das Unternehmen; ggf. Vorstellung von Sicherheits- und Hygienevorschriften; Zeit, mit dem Jugendlichen und seinen Erwartungen an das Praktikum ins Gespräch zu kommen (Wer? Was? …)
  • Festlegung der Aufgabenbereiche/Abteilungen für die erste Woche
  • Planung eines kurzen Zwischenfeedbackgesprächs mit dem/der Praktikant/-in Ende der ersten bzw. Anfang der zweiten Woche (Wer? Wann? …)
  • Planung eines Abschlussgespräches am letzten Praktikumstag (Wer? Wann?, Inhalte u. a.: Feedback über die absolvierten Tätigkeiten und das Arbeits- und Sozialverhalten, gezeigte Stärken, mögliches Verbesserungspotenzial, Selbsteinschätzung des/der Jugendlichen, ggf. bereits Aushändigung des Praktikumszeugnisses)
Beispiele für Praktikumspläne finden Sie in unserem Downloadbereich im Leitfaden für Schülerbetriebspraktika der DIHK.


Praktikumsmappe

Die Schülerinnen und Schüler müssen in der Regel für die Schule eine mehrseitige Praktikumsmappe über ihr Betriebspraktikum anfertigen. Hierfür bietet es sich an, dem/der Jugendlichen hilfreiche Informationen, wie z. B. Unternehmensbroschüren, zur Verfügung zu stellen und sie/ihn wenn möglich Fotos von seinem/ihrem Arbeitsplatz und seinen/ihren Tätigkeiten machen zu lassen. Falls sich ab und zu eine zeitliche Lücke ergibt, in welcher der/die Praktikant/-in kurze Zeit nicht beschäftigt ist, kann diese Zeit auch genutzt werden, um z. B. mit den Informationsseiten über das Unternehmen in der Praktikumsmappe zu beginnen. Dies hat den Vorteil, dass der/die Praktikant/-in sich bei Rückfragen direkt an seine Ansprechperson im Unternehmen wenden kann.


Weitere häufig gestellte Fragen zur Vorbereitung und Durchführung von Schülerbetriebspraktika finden Sie in den FAQ.

In den Downloads finden Sie zudem hilfreiche Checklisten und Mustervorlagen.

Wenn Sie Fragen zur Vorbereitung und Durchführung sowie zur Konzeption eines Schülerbetriebspraktikums haben, wenden Sie sich bitte an Frau Stedeler-Gabriel oder Frau Deckers.

Christiane Stedeler-Gabriel
Tel.: 0211 8996513
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Eva Deckers
Tel.: 0211 6690822
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