FAQ

Fragen zur Vorbereitung des Praktikums
Fragen zur Durchführung des Praktikums
Fragen zu Arbeitszeiten und Arbeitsschutz
Fragen zur Versicherungspflicht und weiteren gesetzlichen Vorgaben


Fragen zur Vorbereitung des Praktikum

Welche Aufgaben dürfen Praktikanten übertragen bekommen? Welche Aufgaben hat der Praktikumsbetrieb?
Hier finden Sie vielfältige Tipps und Ideen für mögliche Aufgaben und den Ablauf eines Schülerbetriebspraktikums.

Werden die Jugendlichen in der Schule auf das Praktikum vorbereitet?
Ja, bei dem verpflichtenden Schülerbetriebspraktikum im Rahmen des NRW-Landesvorhabens „Kein Abschluss ohne Anschluss“ ist eine organisatorische und inhaltliche Vor- und Nachbereitung des Praktikums in der Schule vorgesehen. Dabei werden auch Verhaltensregeln im Praktikum thematisiert.
Zudem haben die Schülerinnen und Schüler in der Regel die Aufgabe, einen mehrseitigen, schriftlichen Bericht über ihr Praktikum und ihren Praktikumsbetrieb zu verfassen. Daher werden die Jugendlichen Fragen an Sie haben. Bitte unterstützen Sie die Praktikanten bei dieser Aufgabe.

Soll ich die/den Jugendliche/n im Vorfeld zu einem Vorstellungsgespräch einladen?
Das können Sie ganz nach Ihrem Ermessen entscheiden. Für die Jugendlichen ist ein Vorstellungsgespräch für ein Praktikum eine gute Übung für spätere Bewerbungsverfahren. Wenn Sie sich anhand der schriftlichen Bewerbung nicht sicher sind, ob der/die Schüler/in zu Ihrem Betrieb passt, kann ein Vorstellungsgespräch sehr hilfreich sein.
Bitte bedenken Sie aber, dass das Niveau eines solchen Gesprächs nicht dem von erwachsenen Bewerber/innen entspricht und die Jugendlichen in der Regel zum ersten Mal in einem Vorstellungsgespräch sind. Versuchen Sie folglich, eine entspannte Atmosphäre zu schaffen und die Jugendlichen nicht zu kritisch zu bewerten. Im Vordergrund stehen zudem eher die Interessen und die Motivation des/der Jugendlichen und seine/ihre Erwartungen an das Praktikum als etwaige schulische Leistungen.

Sollte ich eine Praktikumsvereinbarung oder einen Praktikumsvertrag abschließen?
Das liegt ebenfalls in Ihrem Ermessen. Gesetzlich ist eine Praktikumsvereinbarung/ein Praktikumsvertrag nicht vorgeschrieben, aber vor allem größere Firmen schließen oftmals einen Praktikumsvertrag ab (bei Minderjährigen mit den Erziehungsberechtigten). Er dient der beiderseitigen Absicherung. In einem Praktikumsvertrag können bereits die Rahmenbedingungen des Praktikums (Arbeitszeiten, Dauer des Praktikums, Ansprechpartner/innen und – sofern relevant – Sicherheits-, Unfallverhütungs- und Hygienevorschriften oder die notwendige Erbringung einer Bescheinigung nach § 43, Absatz 1 Infektionsschutzgesetz („Gesundheitszeugnis“)) festgehalten werden.
Ein Muster für einen Praktikumsvertrag finden Sie hier. Viele Schulen stellen den Schülerinnen und Schülern auch eigene Praktikumsvereinbarungen zur Verfügung, die vom Betrieb ausgefüllt werden müssen.


Fragen zur Durchführung des Praktikums

Werden die Jugendlichen während des Praktikums seitens der Schule betreut?
Ja. Zum einen erhält der Betrieb die Kontaktdaten eines schulischen Ansprechpartners, bei dem er sich, z. B. im Falle von unentschuldigten Fehlzeiten des Praktikanten/der Praktikantin, melden kann. Zudem besucht die zuständige Lehrkraft den/die Schüler/in am Praktikumsplatz, spricht mit ihm/ihr und der Betreuungsperson im Betrieb. Hierbei können Fragen oder auch Unstimmigkeiten geklärt werden. Darüber hinaus kann die betreuende Lehrkraft am abschließenden Auswertungsgespräch teilnehmen.

Soll ich ein Abschlussgespräch mit der Praktikantin/dem Praktikanten führen?
Bitte nehmen Sie sich am Ende des Praktikums Zeit für ein Abschlussgespräch, in dem sowohl Sie als auch der/die Jugendliche ihre Erfahrungen und Eindrücke im Praktikum Revue passieren lassen können. Dabei sollte zum einen der/die Jugendliche sich und sein/ihr Arbeits- und Sozialverhalten einschätzen, zum anderen ist ein konstruktives Feedback Ihrerseits zu seinen/ihren Stärken bzw. positiv hervorzuhebenden Erlebnissen sinnvoll. Im Anschluss sollten Sie zudem thematisieren, an welchen Kompetenzen die/der Jugendliche noch arbeiten sollte, um beispielsweise in dem im Praktikum kennengelernten Beruf/Berufsfeld zu arbeiten.
Wenn Sie zufrieden mit der/dem Jugendlichen waren, sollten Sie erfragen, ob er/sie sich später eine Ausbildung in Ihrem Unternehmen vorstellen könnte und mit ihm/ihr in Kontakt bleiben.
Während des Gesprächs kann auch das Praktikumszeugnis überreicht werden. In vielen Fällen nimmt die betreuende Lehrkraft am Abschlussgespräch teil.
Falls die zeitlichen Abläufe es zulassen, empfiehlt sich zusätzlich ein kurzes Feedbackgespräch am Ende der ersten bzw. am Anfang der zweiten Woche.

Erhalten die Jugendlichen ein Praktikumszeugnis/eine Praktikumsbescheinigung?
Die Schülerinnen und Schüler erhalten im Anschluss an das Praktikum vom Betrieb eine Praktikumsbescheinigung, in welcher die ausgeübten Tätigkeiten, die vermittelten Kenntnisse sowie Hinweise zum Arbeits- und Sozialverhalten enthalten sind. Es gibt aber keine Noten wie in der Schule. In der Regel händigt die Schule Ihnen einen Vordruck aus. Ein Muster für eine Praktikumsbescheinigung finden Sie hier.
Zudem können Sie dem/der Jugendlichen ein qualifiziertes Praktikumszeugnis zur Verfügung stellen. Das Zeugnis ist für die Jugendlichen sehr hilfreich, da es auch für spätere Bewerbungen verwendet werden kann.

Muss ich den Schülerinnen und Schülern eine Vergütung zahlen?
Da es sich bei dem Schülerbetriebspraktikum um eine verpflichtende schulische Veranstaltung handelt, muss keine Vergütung gezahlt werden und der/die Jugendliche fällt auch nicht unter die Mindestlohnverordnung. Der Arbeitgeber kann dem/der Jugendlichen am Ende des Praktikums eine kleine Anerkennung, z. B. ein Geschenk oder eine Erinnerung an das Unternehmen, überreichen. Dies ist aber eine freiwillige Leistung.

Wie verhalte ich mich bei Verspätungen, Fehlzeiten oder Erkrankungen?
Die Jugendlichen sollen pünktlich zur Arbeit erscheinen. Über eine einzelne Verspätung kann man hinwegsehen, häufen sich jedoch Verspätungen, sollte die Schule bzw. die betreuende Lehrkraft informiert werden.
In Krankheitsfällen müssen die Jugendlichen sowohl im Betrieb als auch in der Schule Bescheid geben und spätestens ab dem dritten Tag ein ärztliches Attest vorlegen.
Fehlen Jugendliche unentschuldigt, kann dies ein Grund sein, das Praktikum vorzeitig zu beenden. Suchen Sie in solchen Fällen vorab das Gespräch mit den Jugendlichen und der betreuenden Lehrkraft und informieren Sie sie über die möglichen Konsequenzen.

Kann ich das Praktikum vorzeitig beenden?
Ja, wenn ein triftiger Grund vorliegt, wie z. B. vollkommen ungebührliches Verhalten, mehrmalige Unpünktlichkeit oder unentschuldigte Abwesenheit. Vorab sollte jedoch der Kontakt zu der betreuenden Lehrkraft aufgenommen werden. Zudem sollte das Gespräch mit der/dem Jugendlichen gesucht werden und ihm die vorzeitige Beendigung des Praktikums bei weiterem Fehlverhalten angekündigt werden. Bei einem endgültigen Praktikumsabbruch ist auf jeden Fall die Schule zu informieren.


Fragen zu Arbeitszeiten und Arbeitsschutz

Welche Arbeitszeiten gelten im Schülerbetriebspraktikum?
Im Schülerbetriebspraktikum gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz. Dieses unterscheidet zwischen Schüler/innen, die noch nicht 15 Jahre alt sind (= „Kinder“) und Schüler/innen, die 15, aber noch nicht 18 Jahre alt sind (= „Jugendliche“).

Schüler/innen unter 15 Jahren dürfen demnach täglich höchstens sieben Stunden und maximal 35 Stunden/Woche beschäftigt werden.

Schüler/innen über 15 Jahren dürfen täglich bis zu acht Stunden und maximal 40 Stunden/Woche eine Arbeitstätigkeit ausüben.

Der Anspruch auf Ruhepausen ist bei beiden Altersgruppen wie folgt geregelt:

  • 30 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als 4,5 Stunden bis maximal sechs Stunden. Ohne Pause dürfen Schüler/innen nicht mehr als 4,5 Stunden arbeiten.
  • 60 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden.

Ausnahmeregelungen und Nachtruhe:

Schichtzeit:
Im Gaststättengewerbe, in der Landwirtschaft, der Tierhaltung und auf Bau- und Montagestellen ist eine Schichtzeit von bis zu 11 Stunden (Arbeitszeit inkl. Ruhepausen und evtl. Arbeitsunterbrechungen aus betrieblichen Gründen) zulässig.

Es gilt eine Nachtruhe von 20:00–06:00 Uhr, in der eine Beschäftigung nicht erlaubt ist. Für Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren sind Ausnahmen möglich:

  • bis 22:00 Uhr (Gaststätten- und Schaustellergewerbe)
  • in mehrschichtigen Betrieben bis 23:00 Uhr
  • in der Landwirtschaft bis 21:00 Uhr oder ab 05:00 Uhr
  • in Bäckereien/Konditoreien ab 05:00 Uhr (bei Jugendlichen ab 17 Jahren 04:00 Uhr)
Im Downloadbereich für Anbieter finden Sie eine Kurzübersicht zu den wichtigsten gesetzlichen Regelungen in Bezug auf Arbeitszeiten und Arbeitsschutz. Die vollständigen Gesetzestexte finden Sie hier.

Dürfen Schülerpraktikant/innen am Wochenende arbeiten?
An Samstagen und Sonntagen ist die Beschäftigung von Schülerpraktikant/innen gesetzlich verboten.

Ausnahmen gelten wie folgt:

  • an Samstagen: Krankenhäuser, Pflegeheime, Verkaufsstellen, Bäckereien, Friseurhandwerk, Verkehrswesen, Landwirtschaft, Gaststättengewerbe, Kfz-Reparaturwerkstätten
  • an Sonntagen: Krankenhäuser, Pflegeheime, Gaststättengewerbe

Erfolgt in den oben genannten Fällen eine Beschäftigung an einem Samstag oder Sonntag, so ist der/die Schüler/in an einem anderen Tag derselben Woche freizustellen. Mindestens zwei Sonntage im Monat müssen beschäftigungsfrei sein.

Welche Arbeitsschutzregelungen muss ich beachten?
Für das Schülerbetriebspraktikum gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG). Im Downloadbereich für Anbieter finden Sie eine Kurzübersicht zu den wichtigsten gesetzlichen Regelungen in Bezug auf Arbeitsschutz und Arbeitszeiten. Die vollständigen Gesetzestexte finden Sie hier.

Welche Sicherheitsvorschriften gelten?
Der Betrieb muss die Schülerpraktikant/innen vor Beginn der Beschäftigung über etwaige Unfall- und Gesundheitsgefahren sowie über im Betrieb geltende Sicherheitsvorschriften und Datenschutzregelungen informieren und auf deren strikte Einhaltung hinweisen.
Ist für eine Arbeitstätigkeit eine bestimmte Schutzausrüstung (z. B. Sicherheitsschuhe, Kopf-, Augen- oder Gehörschutz) vorgeschrieben, dürfen die Jugendlichen diese Tätigkeiten nur mit der vorgeschriebenen Schutzausrüstung ausführen.


Fragen zur Versicherungspflicht und weiteren gesetzlichen Vorgaben

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die untenstehenden Regelungen ausschließlich für Schülerbetriebspraktika gelten und für Ferienpraktika (die nicht über die Praktikumsbörse gebucht werden können) z. T. andere gesetzliche Vorgaben gelten!

Muss ich Sozialversicherungsbeiträge abführen?
Es sind keine Beiträge für die Kranken-, Arbeitslosen-, Renten- und Pflegeversicherung zu entrichten, da das Praktikum eine schulische Pflichtveranstaltung ist.

Unfallversicherung: Über wen sind Schülerpraktikant/innen versichert?
Bei schulischen Veranstaltungen, die außerhalb der Schule stattfinden, wie ein Schülerbetriebspraktikum, sind die Schülerinnen und Schüler im Betrieb sowie auf dem direkten Hin- und Rückweg zum Betrieb (ohne private Abstecher) über die gesetzliche Schüler-Unfallversicherung versichert.

Haftpflicht: Wer zahlt für ggf. von Schülerpraktikant/innen verursachte Schäden?
Verursachen Jugendliche im Rahmen des Schülerbetriebspraktikums Schäden, kommt hierfür grundsätzlich deren private Haftpflichtversicherung auf. Für den Fall, dass keine solche Versicherung besteht, erfolgt die Schadensregulierung über den zuständigen Schulträger. Schulträger ist im Fall der öffentlichen Schulen Düsseldorfs die Landeshauptstadt Düsseldorf.

Benötigen die Schüler/innen eine Bescheinigung nach § 43, Absatz 1 Infektionsschutzgesetz („Gesundheitszeugnis“)?
Wenn Jugendliche während des Schülerbetriebspraktikums mit Lebensmitteln umgehen und/oder in Gaststätten, Restaurant, Kantinen, Cafés oder anderen Einrichtungen mit/zur Gemeinschaftsverpflegung tätig sind, benötigen sie gemäß § 43, Abs. 1 Infektionsschutzgesetz (IfSG) eine Bescheinigung des zuständigen Gesundheitsamts. Für Düsseldorfer Schülerinnen und Schüler ist hierfür eine Belehrung durch das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Düsseldorf notwendig, die bei Vorlage einer entsprechenden Praktikumsbescheinigung kostenfrei ist. Die Bescheinigung muss spätestens am ersten Arbeitstag vorliegen und darf nicht älter als drei Monate sein.